Unser XXL-Blog zu Tanzmariechen, Bütt und Feierei…

Helau und Alaaf heißt es wieder in den Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz. Aber auch bei uns im HSK gibt es viele jecke Karnevalisten, die die fünfte Jahreszeit zelebrieren. Wir haben einige von ihnen getroffen um ihre persönliche Geschichte zu erfahren und um einen Blick hinter die Kulissen zu erhaschen.

Denn auch bei den Karnevalisten gilt: erst die Arbeit, dann die Kamelle!

Wer schon einmal auf einer Prunksitzung war, dem ist er Elferrat ein Begriff. Eine Gruppe Männer (manchmal auch Frauen) die meist auf der Bühne präsent sind und das Geschehen im schicken Anzug begleiten.

Sven Sälzer aus Medebach ist Mitglied im Elferrat und engagiert sich aktiv im Karneval. Er hat uns einen Einblick in sein Amt gegeben.

Hallo Sven! Seit wann bist Du im Elferrat und wie bist Du dazu gekommen?

Seit 2009…die närrischen 11 Jahre. Eigentlich war ich gar nicht so närrisch, meine Frau war da eher der „Karnevalist“. Auf dem Schützenfest 2007 wurde ich dann nach ein paar Bierchen gefragt, ob ich mir vorstellen könnte Prinz Karneval zu werden. Ja und 2008 habe ich dann mit meiner Frau Karin als Prinzenpaar eine sehr schöne Karnevalssession gefeiert. Das war echt eine Megaparty, so dass ich seitdem natürlich gerne auch weiter im Elferrat dabei bin

Sven Sälzer vom Elferrat Medebach

Welche Aufgaben hat ein Mitglied des Elferrates? Wie sieht eine klassische “Karriere” im Elferrat aus?

Eine klassische Karriere gibt es bei uns eigentlich nicht. Du bist solange dabei wie es dir Spaß macht und hilfst mit, wie du deine Fähigkeiten am besten einbringen kannst! Da gibt es den Wagenbau, Bühnenbau, Bühnenauftritte, das Bühnenprogramm, den Rosenmontagszug, Absperrungen, Abnahme der Wagen, Schmücken der Hallen, Thekendienst auf Weiberfastnacht, einer Megaparty in unserer Schützenhalle… aber alles halb so schlimm wie es sich anhört. Jeder hat seine Stärken und Schwächen, Termine die besser oder schlechter passen…  Im Grunde versucht man schon dabei zu sein, aber nicht jeder kann alles mitmachen und wir sehen das auch wirklich sportlich! Bei den öffentlichen Auftritten sehen wir aber dann zu, dass möglichst alle dabei sind.

Wie aufwendig sind für euch die Vorbereitungen auf die Session? Habt ihr viele Termine die Ihr wahrnehmt?

Da sind hier und da schon ein paar Termine, aber das ist alles ganz gut machbar. Wir müssen auch nicht immer alle da sein und können uns gut per Whats-App absprechen. In der Karnevalswoche ist es dann aber von Vorteil, wenn man zumindest von Weiberfastnacht bis Veilchendienstag frei hat… Immerhin wollen wir ja auch mitfeiern. 😉

Warum bist Du im Elferrat dabei und was macht das Amt für Dich aus?

Irgendwie bin ich da so rein gerutscht und habe viel Spaß daran – immerhin feiern wir ja auch zusammen. Aber nicht nur das: Man sieht die Gemeinschaft, trifft viele nette Leute, ist irgendwie mittendrin und immer dabei und man kann natürlich auch jede Menge für seinen Ort und die Region tun. Ohne Elferrat funktioniert bei uns kein Karneval und es wird leider immer schwieriger die jungen Jecken dafür zu begeistern! Bei Interesse darf man sich gerne beim aktiven Elferrat melden. 🙂

Elferrat des Karnevalsvereins Medebach – Sven Sälzer (3. vl) und seine Elferrat-Kollegen

Ein Prinz gehört zum Karneval, wie ein König zum Schützenfest. Jonas Wrede aus Remblinghausen (Meschede) “regiert” mit gerade mal 24 Jahren ein ganzes Dorf. Damit ist er wahrscheinlich der jüngste Prinz im HSK. Wir haben ihn bei der Probe für die Prunksitzung getroffen.

Jonas, wie fühlt es sich an ein ganzes Narrenvolk zu regieren? Andere in deinem Alter werden ja (wenn überhaupt) Torschützenkönig im Fussballverein?!

Ja das hätte ich natürlich auch werden können ;). Aber Prinz in meinem Heimatort zu sein, ist schon etwas ganz besonderes. Es ehrt mich in meinem Alter so ein Amt bekleiden zu dürfen. Oft sind es ja gestandene Männer, die oben auf der Bühne stehen und jahrelange Erfahrung im Elferrat haben.

Jonas Wrede – Prinz der KFD Remblinghausen

Wie wird man überhaupt Prinz? Man schießt ja nicht auf einen Vogel, oder?

Ja genau, beim Karneval ist das anders. Es gibt ein Prinzenkomitee, das aus dem Sitzungspräsidenten, dem 1.Vorsitzenden und dem Geschäftsführer besteht. Die überlegen sich dann gemeinsam einen Kandidaten, der für das Amt in Frage kommt. In dem Fall hat man mich ausgewählt. Was die sich dabei gedacht haben, habe ich auch nicht verstanden 😉 Mein Cousin Bax ist Sitzungspräsident bei uns in Remblinghausen und hat mich angerufen nach dem Motto “Mach´se?” und ich sag “Ja sichaa”. Das war es dann auch schon. Dann musste ich das Geheimnis noch ganze 4 Monate für mich behalten, bis ich dann auf der Prunksitzung als neuer Prinz verkündet wurde. Das ist wirklich Top Secret, außer mir und dem Prinzenkomitee wusste niemand, wer der Nachfolger wird.

Welche Verpflichtungen hat man denn während der Session, wenn man ein ganzes Dorf regiert?

Als Prinz hat man nur eine repräsentative Aufgabe. Man unterstützt den Karnevalsverein aber auch zusätzlich gern in organisatorischen Punkten. Der Karneval in Remblinghausen hat für so ein kleines Dorf schon relativ viel zu bieten. Es beginnt mit der Prunksitzung, dann folgt der Frauenkarneval, Seniorenkarneval, der große Karnevalsball und der Kinderkarneval. Hier wird für jeden etwas geboten und überall muss ich mich natürlich blicken lassen. Außerdem besuchen wir auch noch Veranstaltungen in den Nachbarorten wie z.B. in Warstein oder Wenholthausen. Die Vereine besuchen sich seit vielen Jahren gegenseitig. Aber das macht man als Karnevalsfan natürlich gerne. Und die wichtigste Aufgabe:  Als Prinz bin ich dafür zuständig, die Kamelle zu kaufen, die wir an den Feiertagen ins Narrenvolk werfen.

Du hast eben gesagt, du bist ein Karnevalsfan? Woher kommt das?

Ich hab den Karneval einfach im Blut. Meine Mama und meine Tante sind gebürtige Rheinländerinnen, von denen habe ich das Jecken Gen wahrscheinlich schon in die Wiege gelegt bekommen. Die treten seit vielen Jahren im Karneval auf und sind dorfbekannt für ihre Shows. Karneval begleitet mich also schon ein Leben lang.

Was gefällt dir am Karneval am meisten?

(er guckt mit Herzchen in den Augen Richtung Elferrat) Ich glaube diese geile Truppe da oben. Das ist einfach genial, wenn du so eine Crew hast, dann triffst du dich jedes Mal gern zum Proben. Den Abend mit diesen Männern zu rocken, macht einfach nur unglaublich viel Spaß. Wir haben hier echt coole Leute am Start, mit denen man so viel dummes Zeug reden kann. Außerdem hat man als Prinz auch noch die “Pole Position” mit Blick auf die hübschen Tanzmariechen, das ist natürlich auch nicht schlecht ;). Zur Musik muss ich sagen, dass ich mir das an Karneval bei 1-20 Bierchen gut anhören kann, privat ist das eher weniger meine Stilrichtung, da ich nebenbei auch DJ bin und lieber andere Musik auflege. Aber ansonsten ist Karneval voll mein Ding.

Eine letzte Frage noch, warum Karneval im Sauerland?

Also ich ziehe lieber mit Leuten die ich kenne an Karneval um die Häuser und feiere mit meinen Freunden oder meiner Familie anstatt in Köln oder Düsseldorf wo man ohnehin keinen Platz in der Kneipe findet. Auf dem Dorf hast du den Vorteil, du kommst immer überall rein und auch der Weg nach Hause gestaltet sich wesentlich einfacher. Außerdem habe ich hier ja auch ein straffes Programm: Samstags, Karnevalsball Remblinghausen, Sonntags Heringhausen und Montags dann noch den Rosenmontagsumzug in Reiste. Das ist auch für mich als Prinz ein intensives Wochenende.

Karnevalsgesellschaft Remblinghausen, Jonas Wrede (links), Kinderprinzenpaar, neuer Prinz Sebastian Kramer und das Prinzenkomitee

Neben Prinzen und Elferrat sind aber auch die Showacts ein wichtiger Bestandteil jeder Prunksitzung. Die “Giersker Schrappnells” haben sich im HSK bereits einen Namen gemacht und sind mit ihrem beliebten Bühnenprogramm (hauptsächlich) im Raum Olsberg unterwegs. Für uns haben Katja Schulte und Ulrike Niggemann einen Einblick hinter die Kulissen gewährt.

Hallo ihr beiden! Ihr seid als “Giersker Schrappnells” im Sauerland bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. Doch wer steckt hinter den Kostümen und wie seid ihr zum Karneval gekommen?

Katja: Nun ja, ich komme ursprünglich aus Mainz/Wiesbaden – einer absoluten Karnevals-Hochburg. Als ich vor einigen Jahren nach Olsberg gekommen bin, habe ich hier einfach den Karneval vermisst. Irgendwie sind wir im Gespräch auf das Thema Karneval gekommen und Ulrike hat mich dann zu einem Treffen der Giersker Karnevalisten eingeladen. Ulrike: Ich bin seit Jahren begeistert beim Karneval auf der Gierskopp dabei. Die sogenannte große Prunksitzung dort ist sehr familiär und überschaubar, aber das macht es aus. Und seit wir als “Giersker Schrappnells” unterwegs sind, ist es in den letzten Jahren immer mehr geworden.

Die Giersker Schrappnells – Katja und Ulrike

Was genau macht ihr auf der Bühne? Wie seid ihr zu eurem Duo gekommen und woher kennt ihr euch?

Kennen gelernt haben wir uns über unsere Männer, die gemeinsam in einem Skatverein sind. Da wir beide Aktive der Giersker Karnevalisten waren und immer noch sind, haben wir mal einen gemeinsamen Auftritt geplant, bei dem wir eigentlich nur Witze erzählt haben. Ein kleiner Schlagabtausch als Putzfrauen auf der Reeperbahn. Das ist so gut angekommen, dass wir für das nächste Jahr wieder ein gemeinsames Projekt geplant haben. Diesmal war es ein Gesangsstück – sozusagen unsere Geburtsstunde. Seither liefern wir uns jedes Jahr erst einen Schlagabtausch und dann singen wir passend zum Thema noch ein Lied.

Habt ihr eine klare Rollenverteilung? Ist eine der kreative Kopf und die andere das Organisationstalent? Wie ergänzt ihr euch?

Katja: Ich würde sagen, dass ich auf jeden Fall ausschließlich kreativ bin. Ich texte die Lieder, ich schreibe die Gesprächstexte und bin meist auch die, die das Thema vorgibt. Wobei Ulrike, wenn der Grundstock erstmal steht, natürlich auch noch viele Ideen mit einbringt. Ulrike: Und ich bin die, die organisiert. Sei es fürs Bühnenbild oder Requisiten. Ich muss aber sagen, dass wir auch von unseren Männern unterstützt werden. Ein Jahr haben wir uns einen Schlagabtausch in einem Badezuber geboten, den hatten unsere Männer extra für uns gebaut. Oder wir haben als Schützenköniginnen von einem selbstgebauten Nachbau der Treppe des Kurcafé Hoppe gesungen.

Wie sieht die kommende Session für euch aus? Wo kann man euch erleben?

In diesem Jahr waren wir bereits beim Frauenkarneval der Unweisen und unserem eigenen Karneval der Giersker Karnevalisten am 15.02.2020 zu sehen. Außerdem werden wir erneut einen Auftritt bei der Prunksitzung der Närrischen Olsberger Karnevalsgesellschaft am 22.02.2020 haben. Was sonst noch kommt, da lassen wir uns überraschen. Meist haben wir nach unserem ersten Auftritt noch weitere spontane Anfragen. Katja: Meistens schaffen wir es einmal in der Session noch zu einem anderen Karneval zu gehen und dort “inkognito” zu feiern, manchmal ist man aber auch froh, wenn man einfach mal zu Hause sein kann.

Große Duos wie Modern Talking können sich privat ja meist überhaupt nicht leiden – verbringt ihr auch “privat” Zeit miteinander oder seid ihr nach der Session froh etwas Abstand von der anderen zu haben?

Also, wenn man uns auf der Bühne erlebt, dann denkt man, wir beide würden nie wieder ein Wort miteinander reden. In Wirklichkeit sind wir gute Freunde. Unsere Männer sind ebenfalls befreundet. Wir sind durch ein gemeinsam verbrachtes Schützenfestjahr eng miteinander verbunden. Von daher können wir sagen, wir treffen uns auch viel privat, feiern miteinander und mögen uns immer noch. 🙂

Die Giersker Schrappnells bei der großen Prunksitzung

Wer an Karneval denkt, dem kommen wahrscheinlich direkt die Tanzmariechen in den Sinn. Sie unterhalten die Zuschauer mit ihren Tänzen und sind ein absolutes Muss für jede Karnevalsveranstaltung. Wir wollten wissen, wie viel Training wirklich hinter einem Auftritt steckt. Deshalb haben wir die 24-jährige Anna Steinhof aus Korbach getroffen. Sie ist Mariechen und Trainerin der Jugendgarde in Giershagen.

Anna, seit wann tanzt Du in der Garde und woher kommt deine Leidenschaft für diesen Sport?

Ich tanze diese Jahr schon die 7. Session und ich bin immer noch voll begeistert. Die 5. Jahreszeit gab es bei uns in der Familie schon immer. Meine Großmutter hat lange getanzt, meine Mutter hat viele Jahre im Ballett und später im Hausfrauenballett getanzt und so kommt man da gar nicht drum herum. Das ist aber auch gut so 🙂  Der Gardetanz ist einfach eine gute Gelegenheit den Sport, das Tanzen und auch das Feiern zu vereinen. Selbst wenn man denkt man hätte schon alle Schritte gesehen, kommen immer wieder Ideen dazu oder die Reihenfolge ändert sich, sodass es immer wieder etwas Neues ist.

Anna Steinhof

Welche Voraussetzungen sollte man für diesen Sport mitbringen?

Man sollte Spaß am Karneval haben! Schrittabfolgen, Spagat und das synchrone Tanzen kann man lernen. Aber die Musik sollte einem schon gefallen und etwas Rhythmus kann auch nicht schaden. Man sollte aber auch Spaß am Teamsport mitbringen und gern in geselliger Runde sein.

Wie sieht für Dich eine typische Session aus? Wie oft trainiert ihr und wann geht´s los mit den Auftritten?

Wir trainieren meist 2x die Woche für 1,5 – 2 Stunden. Los geht’s mit aufwärmen und quatschen. Wenn alle Neuigkeiten ausgetauscht sind geht’s ans Tanzen. Unsere Session startet so richtig am 11.11. Da stimmen wir uns in einer Kneipe schon mal ein. Weiter geht es dann am darauf folgenden Samstag mit unserer Prinzenwahl. Dort wird verkündet wer die neue Session regieren darf. In der Zwischenzeit folgen dann viele Übungseinheiten und ein paar kleine Feten. So richtig weiter geht es dann für uns im Januar mit 2 Gastauftritten. In Giershagen ist der nächste Punkt dann der Kinderkarneval, bei dem wir hinter der Theke helfen. Eine Woche darauf ist Frauenkarneval und dann warten alle auf Donnerstag: Altweiberfastnacht. Das ist der Startschuss für die besten Tage für uns als Garde. Freitags Generalprobe und Wagenauslosung, samstags ein letztes Mal Proben im Kostüm und den Sonntag ist es dann soweit: Unsere Prunksitzung, der Tag auf den man das ganze Jahr lang hin fiebert. Wenn der Tanz dann geklappt hat, ist die größte Anspannung vorbei. Dann freut man sich auf den Veilchendienstags Umzug. An dem Tag können wir dann auch mal ausgelassen feiern und den Karneval genießen.

Was ist für Dich das Besondere an Deinem Hobby?

Ich finde, Garde tanzen einfach eine Bereicherung. Man hat eine schöne Zeit mit guter Musik und fröhlichen Menschen und man ist im Karneval DABEI und nicht einfach nur da. Ich liebe es einfach! 🙂

Tanzgarde Giershagen, Anna Steinhoff (vorne Mitte) mit ihrer Garde

Wer aber denkt, im Sauerland gibt es nur weibliche Gardetänzer, der irrt sich. Wir haben Cedrik Flügge aus Sundern-Hövel getroffen. Er ist Tanzmajor und tritt mit seiner Tanzpartnerin auf verschiedenen närrischen Veranstaltungen auf. Der 19-Jährige hat uns einige Fragen zu seinem Hobby beantwortet.

Hallo Cedrik! Seit wann tanzt Du in der Garde und wie bist Du dazu gekommen?

Ich bin einfach Karnevalist durch und durch. Ich engagiere mich zum einen im Elferrat in Hövel, zum anderen in der Aktivengarde und als Teil des TanzPaares der “Flotten Kugel Sundern”. Ich habe vor ein paar Jahren schon einmal in einer Tanzgarde in Hövel getanzt.  Diese Gruppe gibt es aber leider nicht mehr. Vor 3 Jahren hat die Aktivengarde mich bei einem Flashmob animiert mitzumachen. Und jetzt, stehe ich schon die zweite Session in Sundern als Tanzpaar auf der Bühne.

Tanzpaar Sundern – Cedrik Flügge und Lara Görlich

Was gefällt Dir am besten daran?

Es gibt nichts, was mir nicht daran gefällt. Aber am besten gefällt mir die Gruppe. Ich bin super herzlich aufgenommen worden und wurde schnell akzeptiert. Das ist nicht selbstverständlich, denn immerhin bestehen die 3 Garden aus Sundern nur aus Mädchen. Mittlerweile ist es für mich wie eine zweite Familie. Man hat gemeinsam Spaß, lacht viel, verbringt viel Zeit zusammen und geht auch mal durch schwere Zeiten. Das WIR-Gefühl in der Gruppe wird sehr großgeschrieben. Da legen auch unsere Trainer sehr großen Wert drauf. Dementsprechend werden wir als Tanzpaar auch in deren Training miteinbezogen. Der Zusammenhalt klappt auch gardeübergreifend, da mein Mariechen noch in der Juniorengarde tanzt und ich bereits in der Aktivengarde bin.

Wie oft trainiert ihr und was sind für euch die größten Herausforderungen?

Wir trainieren fast das ganze Jahr durch. Nach der Session machen wir 2-3 Wochen Pause. Aber dann geht es mit neuem Elan und neuer Vorfreude in die nächste Session. Denn Sprungkraft, Ausdauer, Dehnung und Krafttraining wollen weiter trainiert werden und trainiert bleiben. Noch ist die größten Herausforderung, die Arm- und Beinkoordination. Die Schrittkombinationen bestehen oft aus vielen verschiedenen Elementen. Aber Übung macht ja bekanntlich den Meister!

Wie verläuft eine typische Session für euch? Habt ihr auch selbst Zeit zum Feiern?

Diese Session stehen für uns als Tanzpaar 5 Auftritte auf dem Programm. Auf jeden einzelnen freuen wir uns sehr! Für mich gehören die Auftritte zum Feiern einfach dazu. Es ist schön zu sehen wenn dem Publikum unser Auftritt gefällt. Wir werden von der Stimmung des Publikums getragen und nehmen dies mit in den Abend hinein. Ich finde es einfach schön auf der Bühne zu stehen und genieße dies in vollen Zügen. Zumal es mir auch nicht anders vorgelebt wurde, da mein Vater seit 35 Jahren aktiv im Höveler Karneval ist. Es gibt in der Karnevalszeit aber auch einige Veranstaltungen, bei denen wir nicht Tanzen und mit den Närrinnen und Narren mit feiern können. 

Tanzen ist ja nicht grad der typische Jungs-Sport, wie finden Deine Kumpels Dein Hobby?

Das ist absolut richtig. Leider bekommt man als Gardetänzer, zumindest hier im Umkreis von Sundern, sehr viel Gelächter oder dumme Sprüche zu hören. Da muss man sich schon ein dickes Fell zulegen. Wenn man etwas mit Leidenschaft und Herz macht, sollte man sich von diesen Sprüchen nicht davon abhalten lassen und sein Ding durchziehen. In solchen Situationen merkst du, wer deine richtigen Freunde sind. Ich würde mir wünschen, dass mehr Jungs diesen Sport zumindest einmal ausprobieren. Es ist harte Arbeit, die aber belohnt wird. Man muss ja nicht gleich als Tanzmajor im Paartanz durchstarten, man kann auch als Tanzmajor in der Gruppe einsteigen. Ich habe auf jeden Fall meine Leidenschaft gefunden ! 🙂

Doch nicht nur in den Schützenhallen des Sauerlandes wird gefeiert, auch auf den Straßen im HSK sind Karnevalisten unterwegs. Zum Beispiel beim großen Umzug am Karnevalssonntag in Arnsberg. Doch wer steckt eigentlich hinter oder sogar auf den Wagen? Wir haben mit Philipp Horch vom SV Arnsberg 09 gesprochen – er ist mit seinem Verein in diesem Jahr auf einem Wagen dabei.

Philipp, Du baust in diesem Jahr mit vielen anderen einen Karnevalswagen für den SV Arnsberg. Wie seid ihr zum Wagenbau gekommen und was habt ihr für euren Wagen in diesem Jahr geplant?

In den letzten Jahren waren wir eher “privat” im Karneval unterwegs. Da sieht man immer richtig viele coole Wagen vorbeiziehen, und jedes Jahr denkt man sich „Nächstes Jahr machen wir AUF JEDEN FALL auch einen Wagen“ – geklappt hat es aber nie… Dieses Jahr feiert der SV Arnsberg 09 seinen 111.Geburtstag, da sind wir quasi in die Pflicht gerufen worden einen Wagen zu organisieren. Wir wollen den SV bekannter machen und das Vereinsleben aktiver gestalten. Deshalb haben wir vor 2 Jahren eine Veranstaltungskommission gegründet. Mit insgesamt 5 Mitglieder kümmern wir uns nun um Veranstaltungen wie Partys, Weihnachtsfeiern und sonstige Events. Und Karneval ist nun das nächste große Event für uns.

Woher kommen eure Ideen und wann beginnt ihr mit dem Wagenbau?

Die Ideen kommen von uns als Team. Natürlich, muss es etwas mit 111 Jahre SV Arnsberg zu tun haben, jedoch sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.  Wir haben uns jetzt für eine Idee entschieden, die generationsübergreifend funktioniert. Und ich freue mich schon sehr auf die Reaktionen der “reiferen” Arnsberger. Der Wagenbau beginnt leider erst am Karnevalsfreitag, da wir erst dann den Wagen zur Verfügung gestellt bekommen. Dann müssen wir richtig Gas geben und hoffen, dass wir mit zwei Tagen inklusive Nachtschichten auskommen.

Was passiert nach dem Umzug mit dem Wagen?

Montag müssen wir den Wagen in seinen Ausgangszustand zurückzubauen, damit er an seinen Besitzer zurückgegeben werden kann. Wir hoffen aber, dass wir einiges an Einzelteilen für kommende Jahre aufbewahren können. Denn nach dem Umzug ist vor dem Umzug… 🙂 

1. Mannschaft des SV09 Arnsberg – Philipp Horch (hintere Reihe, 3.vl) und sein Team

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Allen, die bereit waren uns für ein kleines Interview zur Verfügung zu stehen. Ohne euch wäre dieser Blog nicht möglich und der Sauerländer Karneval nicht derselbe…

Habt eine schöne Session!

Helau und Alaaf!

Euer Dein HSK Team

Hier findest Du weitere Informationen zu unseren Interviewpartnern, Vereinen und dem Karneval im HSK:

Was, wann, wo und wie? Hier findest Du alle Karnevalsveranstaltungen im HSK!

Ein Blog von Lea Brücher und Sabrina Hanses, Dein HSK, 19.Februar 2020